Wertbestimmung: Vielen Dank für ihre Hilfe!
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Ich schliesse mich meinem Vorschreiber an, mit viel Glück kann man die Marken bei eBay für einen Euro verkaufen.
Beste Sammlergrüsse!
Larswww.bdph.de und www.arge-belux.deKommentar
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Hallo Ankaragücü,
mit wertvollen Briefmarken ist es so wie mit den Edelsteinen. Geht man an den Strand der Ostsee, so besteht die Chance Bernstein zu finden, sie ist aber nur äußerst gering, aber nicht unmöglich.
Bei Deinen Fotos ist mir aufgefallen, dass du wahrscheinlich eine Pinzette aus dem Werkzeugkasten verwendest, das ist leider nur suboptimal. Deine Pinzette ist geriffelt, damit das, was man greift, nicht wegrutscht. Diese Riffelung kann aber Deine Marken beschädigen
. Deswegen von mir hier erst einmal ein paar Tipps, wie Du ein Gefühl dafür bekommst, was Du für Werte hast. Zuerst benötigst Du ein geeignetes Besteck, um die Marken zu sortieren, d.h. eine Briefmarken-Pinzette, eine Lupe, einen geeigneten Katalog (oder mehrere, je nachdem, welche Gebiete Du sammelst) und eine Seite schwarzen Karton oder schwarzes Papier. Die menschliche Haut hat normalerweise eine Fettschicht als Schutz, auch an den Fingern. Postfrische Marken (ungestempelte, mit noch vollständig erhaltener Gummierung) sind auf der Rückseite besonders empfindlich und das körpereigene Fett hinterlässt oft Spuren auf der Gummierung, deswegen diese Marken bitte nur mit einer geeigneten Pinzette anfassen. Jede (Gebrauchs-) Spur auf dem Gummi schmälert die Qualität und somit den Wert Deiner Marke. Hast Du das Besteck, dann fängst Du an, die Marken vor zu sortieren. Hilfreich hierbei ist ein Sortimentskasten aus dem Baumarkt, dann fliegen die Marken nicht durcheinander, wenn mal ein Luftzug durchs Zimmer geht (oder wenn man zufällig mal husten oder niesen muss). Beim Vorsortieren ordnest Du die Marken nach Ländern. Jetzt gab es in der Geschichte verschiedene deutsche Staaten. Das siehst Du daran, dass man als Landesbezeichnung Deutsches Reich, Deutsche Post, DDR (oder Deutsche Demokratische Republik), Deutsche Bundespost usw. findet. Ist das geschehen, geht es jetzt weiter, indem Du jedes Gebiet nach Datum sortierst. Bei deutschen Marken, die vor den 70ern des letzten Jhds. erschienen sind ist das nicht so einfach, weil man erst in den 70ern anfing, ein Erscheinungsjahr auf den Marken mit aufzudrucken. Dieses Datum ist oft nur mit der Lupe zu lesen und steht meist unter dem Markenbild. Bei Dauerserien, die über mehrere Jahre gedruckt wurden findet man so eine Angabe leider nicht. Hast Du jetzt die Marken chronologisch (also zeitlich) sortiert, suchst Du diese im Katalog und steckst diese in der Reihenfolge in Dein Album, in der sie im Katalog genannt sind. Beim Katalogisieren wirst Du feststellen, dass es von manchen Marken unterschiedliche Versionen gibt. Dazu ist dann im Katalog etwas geschrieben, wie Du die Unterschiede feststellen kannst. Gerade bei Marken mit unterschiedlichen Wasserzeichen kommt der schwarze Karton ins Spiel. Du legst die Marke mit der Bildseite nach unten auf den schwarzen Untergrund und versuchst das WZ zu erkennen. Ist nicht immer einfach, in schwierigen Fällen kann man auch mit chemisch reinem Benzin (gibt es in der Apotheke) und einem schwarzen Plastikschälchen das WZ für kurze Zeit sichtbar machen. Das geht auch mit postfrischen Marken, da das Benzin die Gummierung nicht beeinflusst. Beim Nachschlagen im Katalog kannst Du auch gleich den Katalogwert feststellen. Jetzt ist es aber so, dass der Katalogwert fast immer viel zu hoch genannt ist. Das siehst Du schon daran, dass viele Marken, wo ein höherer Katalogwert genannt ist auf den Auktionsplattformen im Internet für ein paar Cent verkauft werden. Der Katalogwert ist als Tauschbasis gut zu verwenden. Je öfter Du im Katalog nachschlägst, um so schneller wirst Du Deine Marken darin wiederfinden. Heutzutage stecken die Sammler neben die Marken kleine Zettelchen, wo sie die Katalognummer notieren. Hast Du alle Briefmarken sortiert, dann hast Du einen ersten Überblick über Deine Sammlung bekommen und bei Fragen, wo Du unsicher bist, da lohnt es sich schon einmal zu fragen, was das für eine Marke ist. Vielleicht hast Du ja auch einen Briefmarkenverein in Deiner Nähe, wo Du mal nachfragen kannst. Mit Glück findet sich ein Mentor, der Dich in die Materie einführt.
Noch ein Tipp zur Veröffentlichung von Bildern mit Briefmarken, um genau zu sagen um welche Marke es sich handelt ist ein Scanner von Vorteil. Du solltest dann die Marken mit 2-4 facher Vergrößerung und einer Auflösung von 600dpi einscannen und im Forum einstellen. Als Hintergrund der Marken empfiehlt es sich einen schwarzen Karton zu verwenden, dann kann man idR. die Zähnung gut beurteilen. Noch ein Hinweis, alt bedeutet nicht gleich, dass die Marken teuer sind. Bei den Briefmarken ist es wie bei allem, ein ganz normaler Markt, der Preis wird durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Da früher die Marken wie Zahlungsmittel produziert wurden und somit ein und dieselbe Ausgabe über Jahre, ja sogar Jahrzehnte, hinweg am Postschalter verkauft wurden gibt es gerade von den ersten Marken oft (es gibt Ausnahmen!) sehr viele. Da kommt es dann meist auf Feinheiten an, die einen hohen oder geringeren materiellen Wert ausmachen. Um diese Feinheiten unterscheiden zu können, muss man sich mit der Materie richtig vertraut machen und viel Literatur dazu lesen. Deswegen ist es ratsam, erst einmal mit den leichteren Gebieten (Deutsche Bundespost (bzw. Deutsche Post AG = Deutschland), DDR) einzusteigen. Da bekommst Du ein erstes Gefühl dafür, welches Potential hinter dem Hobby Briefmarken Sammeln steckt.
Ich wünsche Dir noch viel Spaß hierbei,
beste Sammlergrüße
El MüKommentar
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