Bleisulfidschäden - Betroffene Marken/Abhilfe
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Hallo, auweia, da müssen wir noch etwas üben. Einige Scans sind doch arg körnig (kommt vielleicht von den Farbkopien als Vorlage), aber ich glaube, man sieht die Schäden relativ deutlich. In Wirklichkeit sind die Farben dunkler.Kommentar
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Die Marken Mi.Nr. 12 und 13 auf obigem Brief befinden sich sozusagen im Schadens-Endstadium durch Bleisulfid:
Die ehemals ziegelrote Nr. 13 ist fast ganz schwarz, während die Nr. 12 zwar noch ihre Originalfarbe behalten hat, aber der Unterdruck stark hervorgetreten ist. Man kann also nicht generell sagen, alle gelben und orangefarbigen Marken sind gefährdet, und etwa alle blauen nicht. Es kommt immer auf die ursprünglichen Zusammensetzungen der Farben und ihren Bleigehalt an.
Dieser Brief hat eine kleine Geschichte:
1975 fing ich nach Ablauf meines Wehrdienstes bei der Fa. Steltzer in Frankfurt als Philatelist an. Etwa zeitgleich wurde bei der Fa. Köhler ein kleines franz. Firmenarchiv aufgelöst. Darin enthalten waren über 100 eigentlich sehr frische und schöne Preußen-Briefe, fast alle mit 3 1/2 Sgr.-Frankaturen der 3. und 4. Ausgabe nach Frankreich. Die Briefe waren aber offenbar eine Zeitlang feucht gelagert gewesen und so hatten zahlreiche Nr. 1, 13 und 15 die üblichen "Oxydationen" und waren dadurch unansehnlich. Der Unterdruck war allerdings nicht hervorgetreten und war also noch da, wo er unsichtbar sein sollte.
Ein mir gut bekannter Händler kaufte den ganzen Posten billig und machte sich daran, die "Oxydationen" mit Wasserstoffsuperoxyd zu behandeln, was in den meisten Fällen auch recht gut gelang. Danach bot er die Briefe einzeln auf Auktionen an.
Im Oktober letzten Jahres fand ich den oben abgebildeten Brief aus dieser Korrespondenz wieder. In der Zwischenzeit war er in eine PVC-Hülle gelangt und hatte die ersichtlichen schweren Bleisulfidschäden, die man auf jeder größeren Messe hundertfach so oder ähnlich bei angebotenen Preußenmarken sehen kann. Auch die ehemals orangeroten Nebenstempel sind jetzt schwarzbraun.
Vielleicht hat ein Chemiker eine Erklärung für das Phänomen, dass bei der ersten Verfärbung nur die Nr.13 beeinträchtigt wurde, die Nr. 12 aber nicht. Bei Hitzeeinfluss, z.B. durch Kriegsschäden (dann haben alle Marken in der Regel auch Papierschäden), und auch unter Hart-PVC entstehen offenbar beide Schadensarten gleichzeitig.Zuletzt geändert von Peter Feuser; 09.01.2008, 10:26.Kommentar
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Hallo Peter
schön Dich nach vielen Jahren mal wieder zu treffen (Stichwort: Prüm Konvikt 1962 - 1970?)
Bleisulfidschäden
Auch von mir vielen Dank für Dein Engagement in dieser Angelegenheit.
Persönlich bin ich auch mit einigen Belegen betroffen, bei Marken und Grenzübergangsstempel.
In meinen zwei Beispielen möchte ich gerne wissen, ob es sich bei den Pr MiNr 16 um einen Bleisulfidschaden handelt, oder ob es jeweils die 16b sein könnte. Als Vergleich wurde die 16a mitgescannt.
Bislang habe ich die Marken für die "b" Type gehalten.
Viele Grüße
Rolf BechtlerHeimatsammlung Trier
Schon die Römer haben hier gut gelebt!Kommentar
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Hallo, Rolf,
es handelt sich bei diesen dunklen ins weinrote gehenden Tönen der Nr. 16 m.E. immer um Bleisulfidschäden, die es mittlerweile bei dieser Marke wohl vieltausendfach gibt. Die neu eingeführte Michel-Unternummer entspringt dem kapitalen Farbenkoller des Michel und ist unsinnig.Kommentar
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DR Nr. 3 auf Brief nach Dänemark (Sonderporto)
Der Brief stammt aus meinen ersten eBay-Käufen. Im Prinzip ein wunderschönes Stück, bis auf die stark verfärbte 1/2 Groschemarke: Kleine Brustschilde auf Auslandsbrief n. Dänemark mit dem Sonderporto von 1 1/2 Groschen. Dazu noch ein privater Absenderstempel, der den Hamburger Stadtpoststempeln nachempfungen ist.
Beste Sammlergrüsse!
Larswww.bdph.de und www.arge-belux.deKommentar
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Verschwinden die Bleisulfidschäden mit der Zeit??
(oder liegt es an der Kamera-/ Scannereinstellung)
Angeregt durch die Diskussion habe ich mir mal wieder das Buch "Illustrierte Kölner Postgeschichte aus der Sammlung Peter Ditgen" aus dem Schrank genommen. Nach kurzem Blättern bemerkte ich eine Vielzahl "gebräunter" Preussen Kopfmarken, auch meine weiter oben gezeigte Pr MiNr 15 "gebräunt" ist in ähnlicher Verfassung abgebildet.
Danach nahm ich mir den im letzten Jahr zugeschickten Auktionskatalog des Auktionshauses, das die Ditgen Sammlung versteigerte. Ein Vergleich der Bilder ergab, die so deutlich im Buch sichtbaren Verfärbungen waren fast alle weg, braune Kopfmarken erschienen wieder orange! Sogar die MiNr 15 war wieder toll anzusehen.
Gibt es also Hoffnung?????? oder ist es doch nur eine Kamera-/ Scannereinstellung?
Wer im Besitz beider Bücher ist, dem rate ich zum Vergleich. Abbildungen möchte ich wegen des Copyrights keine zeigen.
Viele Grüße
RolfHeimatsammlung Trier
Schon die Römer haben hier gut gelebt!Kommentar
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Jürgen Kraft, Apt. 17, 38612 El Medano, Tenerife-Sur - Spanien
Projekt Stempeldatenbank, Stampswiki, Linkdatenbank
Mitglied BDPH, AIJP (Association Internationale des Journalistes Philatéliques)Kommentar
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@rolf
ich vermute mal, dass die geschädigten Marken soweit als möglich gereinigt wurden. Prüfer testieren derartige Ware dann als "chemisch gereinigt".Kommentar
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H2o2
Hi Rolf,
eventuell hat da jemand mit verdünntem Wasserstoffperoxid "renoviert". Es kommt auf die Art des Schadens an.
Beste Sammlergrüsse!
Larswww.bdph.de und www.arge-belux.deKommentar
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Auch bei dieser Sammlung werden im Buch und später im Auktionskatalog zahllose erschreckende Bleisulfidschäden, mutmaßlich verursacht durch handelsübliche PVC-Blattschutzhüllen, dokumentiert.
Eine Behandlung mit etwa 5 bis 10-prozentigem Wasserstoffsuperoxyd (aus Apotheke) führt in einigen Fällen zum Erfolg, misslingt aber auch oft, wie man beim Vergleich vieler Marken aus dem Buch mit den Fotos aus dem Auktionskatalog erkennen kann.
Ein Reparaturversuch hat noch am ehesten Erfolg bei den klassischen "Oxydationsmarken" wie NDP 3, 15, Sachsen 15, Preußen 1, 13, 15 oder etwa Bayern 8. Oftmals kommen die Schäden nach geraumer Zeit wieder und dann lassen sich die Marken vielfach nicht mehr neu behandeln. Und oft sieht man den Marken natürlich die Behandlung an, weil auch das Druckbild durch das Bleisulfid Schaden nimmt (körniger und verschwommener Druck), und das lässt sich wohl kaum reparieren. Vielleicht kann Rolf mal einige Briefe nach Absprache mit mir hier einstellen, beispielsweise das Los 1605 in den zwei Versionen Buch/Katalog. Auch in der Katalogversion wirkt die Frankatur gequält.
Für die Katz ist eine Behandlung in aller Regel bei seltenen Farben (die häufig von Bleisulfidschäden betroffene seltene Württemberg 41b wird nach Schaden und Behandlung definitiv als "a" signiert) oder sehr aufwendig und gefährlich bei ungebrauchten/postfrischen Marken. Eigene Versuche an Marken auf Briefen usw. verliefen sehr unbefriedigend.
Das beste ist natürlich, Bleisulfidschäden zu vermeiden. Nachdem nunmehr 3 Monate seit Erscheinen meines Faltblattes vergangen sind, ist es an der Zeit, dass sich alle Verbände zur Problematik in meinem Sinne äußern und massiven Druck auf die hauptberoffenen Albenhersteller ausüben. Auch der Auktionatoren- und Prüferverband könnten vielleicht mal ihren Hintern heben und mir in dieser Sache öffentlich zu Hilfe eilen. Immerhin kämpfe ich schon seit dem Jahre 2000 alleine gegen die Windmühlen!
Erstaunlicherweise funktioniert die Methode auch oft bei den schwer gezeichneten Marken der Schadensgruppe II (gelb oder rosa eingefärbtes Papier). Hier wirkt ein Bad im Wasserstoffsuperoxyd oft Wunder.
Viele chemische Prozesse lassen sich offenbar umkehren.Kommentar
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Tja, kann denn das überhaupt möglich sein???
Wenn ein Prüfer in einem Attest "chemisch gereinigt" schreiben würde, dann müßte doch soetwas auch in der jeweiligen Losbeschreibung beim Verkauf der ehemals "bräunierten Marken" stehen.
Da davon nichts zu lesen ist, denke ich mal eher an andere "Kamera-/ Scannereinstellungen"!
@Jürgen
Deine Beispiele in Deinem Forum sind sehr eindrucksvoll, ich gebe meine paar Preussenbriefe noch nicht verloren, bezweifle aber, das die Stempel wieder rot werden.
Viele Grüße
RolfHeimatsammlung Trier
Schon die Römer haben hier gut gelebt!Kommentar
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Hallo, Rolf, vgl. hierzu meine #19 und #20 (gleiche Korrespondenz).
Die bereits um 1975 behandelten Marken dieser Korrespondenz haben ihren alten Zustand fast wieder erreicht. Entweder weil sie in PVC-Folien gelangt sind oder weil einmal behandelte bleisulfidgeschädigte Marken nach einer gewissen Zeit automatisch wieder nachdunkeln.Kommentar
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