Bleisulfidschäden - Betroffene Marken/Abhilfe

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  • Juergen Kraft
    Registrierter Benutzer
    • 30.11.2005
    • 1747

    #31
    Hallo Rolf,

    das Problem mit den roten Stempeln ist einfach.

    1. Der Stempel wird wieder rot

    2. Die Tinte verschwindet oft vollständig

    Ich behandele Briefe so, dass ich zunächst die Briefmarken vom Brief in lauwarmem Wasser ablöse (wie bei mir im Ratgeber beschrieben).

    Die losen Marken behandele ich stufenweise in immer höher konzentrierter Lösung, bis die gewünschte Wirkung nach ca. 2 Minuten Baden eintritt.

    Beim restlichen Brief liegt die Gefahr darin, dass er auseinander fällt. Am Besten lagert man die Marke nach dem ablösen zwischen. Dazu eignet sich gefiltertes, kaltes Leitungswasser, bevor man die Behandlung beginnt.

    Zunächst muss der Briefbogen gerettet werden. Da die Anleitung dazu länger wird, schreibe ich in den nächsten Tagen einen Ratgeber dazu. Nur der Hinweis: ist der Bogen nass noch gefaltet, zerreißt er gerne beim Versuch ihn aufzufalten und zu trocknen. Unfachmännisch behandelte Briefe zeigen später Wellen im Papier, von der Marke ausgehend.

    Auf jeden Fall muss man an billigen Stücken üben.
    Jürgen Kraft, Apt. 17, 38612 El Medano, Tenerife-Sur - Spanien
    Projekt Stempeldatenbank, Stampswiki, Linkdatenbank
    Mitglied BDPH, AIJP (Association Internationale des Journalistes Philatéliques)

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    • rolfnr
      Heimatsammler Trier
      • 13.07.2003
      • 493

      #32
      Es ist zum Heulen!!!

      Hier zeige ich mal die Veränderung innerhalb von 3 1/2 Jahren.
      Im Juni 2004 habe ich diesen Beleg über EBAY erworben. Wie gewohnt wurde er in den schönen Hüllen des Briefalbums verstaut und für mein Archiv gescannt. Damit war für mich zunächst der Vorgang abgeschlossen, der Brief konnte nun warten, bis ich mal eine kleine Sammlung Napoleonische Besetzung des Rheinlands zusammengetragen habe. Später sollte er auf ein gestaltetes Albumblatt. Nun sind 3 1/2 Jahre vergangen. Durch die Bleisulfid Diskussion aufgerüttelt, packe ich alle Altdeutschlandbelege in Pergamin.

      Die erste Überraschung erlebte ich bei den Trier Belegen, die zweite Überraschung folgte heute Morgen.

      102 Bonn hat sich von ehemals rot in dunkelbraun verwandelt, und das in relativ kurzer Zeit. Beim Erwerb war eine Vorschädigung schon vorhanden, die rote Farbe ist aber noch deutlich erkennbar, nun ist der Schaden komplett.


      Vielen Dank liebe Albumhersteller, vielen Dank lieber Händlerverband, vielen Dank lieber BDPh!!! Ich bin begeistert!!! Im Laufe von 3-4 Jahren verfüge ich nun über ein Raritätenkabinett, die meisten ehemals roten Stempel sind nun braun.

      Abb 1 stammt aus Juni 2004
      Abb 2 vom 12.01.2008

      Viele Grüße
      Rolf
      Angehängte Dateien
      Zuletzt geändert von rolfnr; 12.01.2008, 11:00.
      Heimatsammlung Trier

      Schon die Römer haben hier gut gelebt!

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      • Peter Feuser
        Registrierter Benutzer
        • 28.12.2007
        • 139

        #33
        Da mittlerweile ein sehr großer Teil aller Briefe, Ganzsachen und auch Ansichtskarten sich in Briefhüllen oder Briefalben (bzw. unter auf Albumblättern mit Blattschutzhüllen) aus Hart-PVC befinden, sind die Auswirkungen bei Sammlern und auch bei großen Händlerlagern im Klassikbereich katastrophal. Jeder kann das auf Messen beobachten, wenn er bei allen Händlern einmal gezielt das Gebiet Preußen ansieht.

        Die Veränderungen auf Vorphilatelie- und Transitbelegen u.ä. werden leicht übersehen und oft hingenommen. Der Verlust von philatelistischem Kulturgut ist aber auch in diesem Bereich verheerend.

        So gibt es vom württ. Feldpoststempel K.W. ARMEECORPS (um 1815) zwar viele schwarze, aber nur einige wenige rote Belege (lt. Michel schwarz 450,- und rot 6000,- €). Als ich neulich in einer Sammlung einen noch vor einigen Jahren von mir bewunderten ehemals leuchtend roten Abschlag sah, kamen mir die Tränen: Er hatte die gleiche Farbe wie der obige schwarzbraune 102 BONN.
        Zuletzt geändert von Peter Feuser; 12.01.2008, 15:23.

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        • andreas-machner
          AllesWasSchönIst
          • 02.11.2007
          • 234

          #34
          Dr. Ditgen

          @ rolfnr

          Ich kenne Herrn Dr. Ditgen persönlich, ich frage Ihn gerne, ob hier verbessert wurde. Gib mir die Auktionsnummern oder die Bildnummern aus seinem Buch und ich kläre das.

          Andreas

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          • Lars Böttger
            www.arge-belux.de
            • 07.08.2003
            • 8417

            #35
            Herzliches Beileid!

            Hallo Rolf,

            das ist wirklich grausam! Seit heute morgen ist meine Transatlantiksammlung aus den Folienalben raus und in Holzkisten zwischengelagert. Zuviele Transitstempel zeigen schon Verfärbungen. Dabei kann ich allerdings nicht nachweisen, dass sie erst in den letzten Jahren entstanden sind.

            Im Anhang ein Transitbrief von Alzey nach USA, bei dem New Yorker Transitstempel kann man gut erste Verfärbungen erkennen.

            Beste Sammlergrüsse!

            Lars
            Angehängte Dateien
            www.bdph.de und www.arge-belux.de

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            • rolfnr
              Heimatsammler Trier
              • 13.07.2003
              • 493

              #36
              @Andreas

              Vielen Dank, ich habe Dir per PN 1 Beispiel genannt. Dies soll vorerst auch genügen. Mir geht es hauptsächlich darum, ob man sich auf die Abbildungen in einem Hochglanzauktionskatalog verlassen kann, oder ob persönliche Besichtigung vor Ort unumgänglich ist.

              @Lars
              Auch meine gesamten Vorphila Belege und Altdeutschland Belege sind seit heute aus den Folien raus. Jetzt muß ich nur noch einen Händler für die Pergamintüten finden.
              Meine Pr Ortsstempel- und NS Sammlung auf losen Marken (Gott sei Dank unter Hawid), die sich in Klarsichthüllen DINA4 (Bürobedarf) befindet habe ich noch nicht begutachtet. Da bin ich aber etwas unbesorgter.

              Als ich den Artikel von Herrn Maaßen im Jahr 2003 gelesen hatte, fühlte ich mich noch auf der sicheren Seite, da damals von Stempeln keine Rede war (vielleicht habe ich es auch überlesen). Da der Prozess schleichend vor sich geht ist mir auch zwischenzeitlich nichts gravierendes aufgefallen. Erst der Vergleich mit dem Scan aus dem Jahr 2004 hat mich auf die Palme getrieben.

              Viele Grüße
              Rolf
              Heimatsammlung Trier

              Schon die Römer haben hier gut gelebt!

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              • Peter Feuser
                Registrierter Benutzer
                • 28.12.2007
                • 139

                #37
                Für die Unterbringung von Briefen und anderen Belégen eignen sich hervorragend glasklare Hüllen aus Zellophan.

                Diese sind sehr sicher, leicht, aber dabei durchaus robust und lange haltbar. Und man hat das Gefühl, man sieht den Beleg in natura (ohne Hülle). Ich stecke auch meine Marken auf Steckkarten oder auf Karton unter Hawid in diese Hüllen und benutze ein einheitliches Format, so dass sie sich gut in einem Karton hintereinander unterbringen lassen. Sehr empfindliche Briefe kann man rückseitig mit einem Karton oder mit einer Hart-PVC-Folie verstärken.

                Für Sammler, die keinen Wert auf eine ausstellungsmäßige Aufmachung legen, ist diese Unterbringungsart ideal und wurde auch schon vor 80 Jahren vom Altmeister der Vorphilatelie, Kumpf-Mikuli (Neue Briefe über alte, 1931), propagiert. Von allen Händlern in Sindelfingen hat nur Karl Heinz Noe seine Briefe meist in diesen schönen, leichten und ungefährlichen Hüllen untergebracht. Fast alle anderen benutzen Hart-PVC-Hüllen oder die üblichen Omnia- oder Garant-Alben usw. Obwohl ich zahlreiche Kollegen schon vor 15 Jahren auf die oft deutlich sichtbaren Schäden aufmerksam gemacht habe, hat neben Karlheinz Noe nur die Firma Gassner/Hamburg und Thomas Groß aus Freiburg Konsequenzen gezogen und die Unterbringungsart für klassische Marken geändert (Polystyrol, z.B. Hawid-Steckkarten).

                Besonders bedenklich ist, dass selbst hochkarätige Philatelisten nicht aus den Schäden gelernt haben. Auch einige Auktionatoren benutzen noch Loskarten, die kpl. aus Hart-PVC hergestellt sind, oder verschweißen teure Marken in kleine Hart-PVC-Hüllen praktisch luftdicht!

                PVC-Hüllen können als kurzfristige Transportverpackungen durchaus zweckmäßig sein. Ich benutze selbst welche, die ich bei der Fa. Kobra bezogen habe, für Briefe oder Blocks, achte aber immer darauf, dass die Hüllen an zwei oder sogar drei Seiten offen sind. Wenn sie nicht länger stark gepresst gelagert werden, kann eigentlich nichts passieren.

                Meine eigenen Zellophanhüllen habe ich in Holland bei der Firma Rene Hillesum (genaue Schreibweise ergoogeln) bezogen. Es gibt sicher noch andere Quellen.
                Zuletzt geändert von Peter Feuser; 12.01.2008, 17:15.

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                • Wolf Heß
                  Registrierter Benutzer
                  • 06.07.2003
                  • 269

                  #38
                  Macht es Sinn auch die braun/schwarz gewordenen roten Stempel wie Marken mit Peroxiden zu behandeln?

                  Danke für eine Antwort

                  Kommentar

                  • Peter Feuser
                    Registrierter Benutzer
                    • 28.12.2007
                    • 139

                    #39
                    Bitte versuchen. Viel verkehrt machen kann man eigentlich nicht (Ohropax o.ä. nehmen und einen Buchstaben als Versuch betupfen).

                    Meine -allerdings wenigen- eigenen Versuche sind fehlgeschlagen.

                    Bei Markenbriefen nicht den ganzen Brief in's Wasser werfen! Auch hier mit möglichst wenig Wasserstoffsuperoxyd auf Ohropax die Marke betupfen. Die Flüssigkeit sollte möglichst nicht durch die Marke auf den Brief wandern, weil das hässliche Spuren hinterlässt.

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                    • mur
                      Registrierter Benutzer
                      • 22.07.2005
                      • 914

                      #40
                      @Peter Feuser: Kann es sein, daß Sie Q-Tipps - an beiden Enden mit Watte umwickelte Plastik-/Papierstäbchen - meinen?
                      ...nur damit keine Mißverständnisse aufkommen.
                      Mit Sammlergruß mur

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                      • Juergen Kraft
                        Registrierter Benutzer
                        • 30.11.2005
                        • 1747

                        #41
                        Reinigen von Bleisulfidschäden

                        Hallo,

                        ich habe bisher fast alles sauber bekommen. Beispiele von heute habe ich hier mit Bildern eingestellt.
                        Jürgen Kraft, Apt. 17, 38612 El Medano, Tenerife-Sur - Spanien
                        Projekt Stempeldatenbank, Stampswiki, Linkdatenbank
                        Mitglied BDPH, AIJP (Association Internationale des Journalistes Philatéliques)

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                        • klassiker
                          Registrierter Benutzer
                          • 12.06.2006
                          • 209

                          #42
                          Zitat von Peter Feuser
                          Meine eigenen Zellophanhüllen habe ich in Holland bei der Firma Rene Hillesum (genaue Schreibweise ergoogeln) bezogen.
                          Hier (unter "Hoesjes/Pockets").

                          Chris
                          http://www.klassische-philatelie.ch

                          Kommentar

                          • Peter Feuser
                            Registrierter Benutzer
                            • 28.12.2007
                            • 139

                            #43
                            # 40 mur u.a.

                            Jaja, diese Q-Tipps meinte ich. Wenn keine da sind, kann man ein wenig Küchenpapier auf einen spitzen Gegenstand (Pinzette o.ä.) rollen.

                            Jürgen, die Ansichtskarte sieht wieder gut aus. Hast Du sie kpl. wässern müssen? Meine eigenen amateurhaften Versuche mit der Wässerung und chem. Behandlung kamen auf eine Verschlimmbesserung heraus. Ich bin allerdings weder "chemisch" noch handwerklich oder technisch begabt.

                            Man läuft erhebliche Gefahr, dass die Tinte auf den Belegen ausläuft oder beispielsweise Ansichtskarten zerfallen (diese sind ja kaschiert, d.h., zwei Papierlagen werden wie Furnierholz verleimt und zusammengepresst). Oft können später die Belege nicht mehr richtig plan gepresst werden, das Papier wellt sich und die Behandlung ist klar erkennbar. Eine punktuelle Behandlung wie oben beschrieben ist sicher dem kpl. Wässern vorzuziehen. Man sieht auch deutlich auf der bei Dir behandelten Preußen 1, dass durch die Prozedur Teile des Druckbildes verschwinden (gut erkennbar am linken und rechten Rahmen).

                            Mittlerweile bringt der allergrößte Teil der Sammler und Händler Ansichtskarten in formatmäßig knapp bemessenen Hart-PVC-Hüllen, die zudem nur an einer Schmalseite geöffnet sind, oder in PVC-Alben unter, also vermutlich eine zweistellige Millionenzahl Karten lagert gefährdet unter Hart-PVC. Besonders Lithos, die mit Bleiweiß beschichtet sind, leiden unter den Folien (siehe obiges Beispiel). Erstaunlicherweise nehmen die Benutzer der Folien die nun wirklich massenhaft vorkommenden Schäden (ebenso bei Münzen oder "erhaltungsproblematischen" Altdeutschlandmarken) als naturgegeben hin. Das ist natürlich großer Unfug. Schuld an den Schäden sind nicht die Ansichtskarten, Münzen oder Marken, sondern ihre Besitzer, weil sie die Sachen unsachgemäß unterbringen!

                            Es gibt überhaupt nur ganz wenige erhaltungsproblematische klassische Marken (z.B. die preussischen oder NDP-Innendienstmarken). Von Bleisulfidschäden gefährdete Preußen-Marken sind beispielsweise nicht erhaltungsproblematisch.

                            Das Gegenteil ist der Fall: Die ersten preußischen Marken sind auf sehr hochwertigem, handgeschöpftem Büttenpapier aufwendig mit Wasserzeichen gedruckt. Der Stichtiefdruck ist ein extrem schönes und aufwendiges Verfahren und die Farben entsprechen durchaus dem damaligen Stand der Technik.

                            Der größte Teil aller noch vorhandenen Preußen Nr. 1 oder 13 ist farblich einwandfrei (vgl. auch die Abbildungen der zahlreichen DR Nr. 3 anfangs der Threads). Die Ursache für die momentane extreme Schadenshäufung bei diesen und vielen anderen Marken, farbigen Stempeln, Ansichtskarten, Münzen usw. dürfte allein auf die von den Hart-PVC-Folien in den letzten 30 Jahren verursachten Bleisulfidschäden zurückzuführen sein.
                            Zuletzt geändert von Peter Feuser; 15.04.2008, 18:15.

                            Kommentar

                            • rolfnr
                              Heimatsammler Trier
                              • 13.07.2003
                              • 493

                              #44
                              Leider muß ich mich schon wieder melden, und oute mich als "Nichtfachmann" für Preussenmarken.
                              Nachdem bei meinen Briefen nun die "Braunstempel" vorherrschen, habe ich zusätzlich auch braune "Rötelvermerke" als Taxvermerke. Ich vermute, daß es sich hier auch um Bleisulfidschäden handelt.

                              Liege ich mit meiner Vermutung richtig oder falsch?

                              Nun zu den Sammlungsteilen mit losen Marken, die bei mir nicht unter den vorgenannten Folien lagern, sondern unter Hawid auf einem DIN A4 Blatt. Dieses Blatt steckt in einer Klarsichthülle aus dem Bürobedarf (umweltfreundlich, dokumentenecht). Von weichmacherfrei ist nichts zu lesen.

                              Der Vergleich mit meinen Scans aus dem Jahr 2003 hat mir keine deutlich sichtbaren Schäden gezeigt, vorhandene Schäden haben sich auch nicht für mich erkennbar vergrößert.
                              Nun sind mir aber dennoch Zweifel an der Pr MiNr 15 gekommen.
                              Ein Vorbesitzer hat auf der Rückseite der einen Marke mit Bleistift "b" geschrieben. Es war die optisch dunklere Marke, die hellere habe ich dann als "a" einsortiert. (Abb1)
                              Bei Abb 2 (linke Marke "a") hat ein Vorbesitzer ebenfalls mit Bleistift auf der Rückseite ein "b" vermerkt. Dies wurde aber wieder durchgestrichen. Ich habe die Marke als "a" einsortiert, die optisch dunklere habe ich analog zu Abb1 dann als "b" genommen.

                              Nun habe ich die Befürchtung, daß die dunkleren keine "b" Varianten sind, sondern eventuell Bleisulfidschäden in einem frühen Stadium.

                              Was meinen die Experten?

                              Viele Grüße
                              Rolf
                              Angehängte Dateien
                              Heimatsammlung Trier

                              Schon die Römer haben hier gut gelebt!

                              Kommentar

                              • Peter Feuser
                                Registrierter Benutzer
                                • 28.12.2007
                                • 139

                                #45
                                Bleisulfidschäden sind bei diesen 4 Marken nicht auszumachen.

                                Den Abbildungen nach handelt es sich um Nuancen der "a"-Farbe,

                                Kommentar

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