Luftpost Sowjetunion -> Deutschland und zurück, Irrläufer?

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  • Mike
    Registrierter Benutzer
    • 28.11.2018
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    #1

    Luftpost Sowjetunion -> Deutschland und zurück, Irrläufer?

    Liebe Briefmarkenfreunde,

    als Neuling in diesem interessanten Forum möchte ich mich hier kurz vorstellen: Ich habe mich bisher nie mit Philatelie beschäftigt, aber vor einiger Zeit einen Packen alter Briefe und Marken geerbt. Leider sind die Stücke nicht in Alben o.ä. einsortiert, sondern befinden sich lose in diversen Umschlägen. Alles was nach 1945 datiert war, habe ich einem Kind als Grundstock für eine Sammlung überlassen, da höchstwahrscheinlich ohne großen historischen Wert. Die alten Briefe finde ich dagegen sehr interessant, ich bin gerade dabei, den historischen Kontext, die Laufwege etc. herauszufinden. Besonders ist mir ein Dutzend Briefe aus eine Korrespondenz zwischen der damaligen Sowjetunion und Deutschland aufgefallen, die vermutlich von meinem Uronkel stammen, der in Hvalynsk an der Wolga als Direktor eines naturgeschichtlichen Museums arbeitete. Ich weiß nicht, ob das vielleicht ins Forum Russland gehört, ich habe aber einige Fragen zum deutschen Teil des Laufweges. Immerhin lassen die vielen Stempel diesen erahnen. Ich würde mich freuen, wenn mir die Experten hier weiterhelfen könnten.

    Zunächst ein Luftpostbrief von Sakro (bzw. Sacro) bei Forst an der Lausitz nach Hvalynsk:

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Name: ForstHvalynsk1F.jpg
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ID: 283741Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: ForstHvalynsk1R.jpg
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ID: 283742


    Offenbar wurde der Brief am 10.7.1924 in Forst aufgegeben, erreichte am Folgetag Berlin, wo er per Luftpost nach Moskau transportiert wurde. Dort kam er am 12.7 an. Bis Hvalynsk brauchte er weiter 5 Tage. Vielleicht wurde er ja mit der Postkutsche transportiert ;-). Was mich etwas wundert ist die Angabe Flugpost: Königsberg-Moskau. Warum sollte er in Königsberg ins Flugzeug geladen werden, wo doch Berlin viel näher ist. Da ein Königsberger Stempel fehlt hat sich die Post vermutlich auch nicht an diese Anweisung gehalten. Nebenbei: War es damals üblich, Anweisungen zum Laufweg auf den Umschlag zu schreiben? Schliesslich sollte die Post doch am besten wissen, wie man Briefe am effektivsten zustellt.

    EHier ein Brief in entgegengesetzter Richtung. adressat ist der Botanische Garten in Sakro:
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Name: HvalynskForst3R.jpg
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    Hier ist der Laufweg sehr merkwürdig: Auf sowjetischem Gebiet ging es am 3.1.1934 los, der Brief gelangte offenbar per Luftpost nach Berlin. In Forst traf er dann am 6.1. ein. Zwei oder drei Tage später wurde er in Forst erneut gestempelt, war damm am 16.1. (!) in Berlin, um am 18.1. in Frankfurt/Oder einzutreffen. Auf der Rückseite findet sich die handschriftliche Mitteilung, dass er wegen unbekanntem Empfänger nicht zugestellt werden konnte, dazu eine Küstriner Str. Nr. 5. Was zum Teufel machte er da? Auf der Adresse steht nicht der kleinste Hinweis auf diese Straße oder Frankfurt an der Oder.

    Nebenfrage: Was bedeutet der Aufkleber mit dem "B" auf der Vorderseite?

    Beste Grüße

    Mike
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