Bleisulfidschäden - Betroffene Marken/Abhilfe

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  • Peter Feuser
    Registrierter Benutzer
    • 28.12.2007
    • 139

    #1

    Bleisulfidschäden - Betroffene Marken/Abhilfe

    Hallo, Lars,

    betroffen sind nach meinen Beobachtungen die Farben Chromgelb und Chromorange sowie alle Farben, denen diese beigemischt wurden, also auch viele Rot-, Grün-, Braun-, Lila- und Blautöne.

    Auch das sog. Bleiweiß ist betroffen, wie es für "gestrichene" Papiere (vgl. Abbildung des Bremen-Bogens 4c in PHILATELIE 1/2008) verwendet wurde.

    Wenn die Bleianteile in diesen Farben nicht ordentlich zum Schutz vor einem Austreten ummantelt wurden, reagieren sie mit dem Schwefel, was zur Bildung von Bleisulfid führt. Deshalb leiden auch viele Ansichtskarten (vor allem Lithos) unter den Folien und färben sich vor allem an den Rändern braunschwarz.

    Fazit also: Alle Marken, deren Farben oder Papiere Chromgelb, Chromorange oder Bleiweiß enthalten, sind akut gefährdet, wenn das Blei nicht ummantelt ist. Das ist auch der Grund dafür, dass die ziegelroten Deutsches Reich-Marken Mi. 3 und Nr. 8 (auch Nr. 2 und 7) praktisch immer unter den Hart-PVC-Folien Bleisulfidschäden erleiden, die orangefarbenen Nr. 15, 18 und 24 aber nicht (vielleicht auch, weil deren Farben aus dem hochwertigeren Cadmiumgelb gefertigt waren). Das Problem betrifft Marken, Poststempel, Formulare, Klebezettel usw. der ganzen Welt (naturgemäß vor allem Klassik), da die Herstellungsverfahren für Farben und Briefmarken, ähnlich wie heute, überall in entwickelten Ländern weitgehend gleich waren. Mit dem Aufkommen der Anilinfarben stellte sich das Problem kaum noch.

    Zum besseren Verständnis hier mal eine Information eines Farbenherstellers zum Thema "Chromgelb":

    "Bei hellen Chromgelbtypen handelt es sich um ein Bleichromat PbCroO4;bei orangefarbigen Sorten, als Chromorange gehandelt, ist zusätzlich Bleihydroxid Pb(OH)2) eingebaut. Da Chromgelb sowohl Blei als auch Chromat enthält, ist es als gesundheitsschädlich einzustufen. Das Chromat steht überdies im Verdacht, krebserzeugend zu sein.

    Chromgelb wurde erstmalig 1797 dargestellt und ab 1818 fabrikatorisch gefertigt. Die damaligen Chromgelbtöne waren jedoch nur bedingt beständig. Unter Einfluss von Schwefel oder schwefelhaltigen Pigmenten konnten Bräunungen oder Schwärzungen, die sich als Verfärbung ins grünliche bemerkbar machten, auftreten.

    Der bekannte Maler Vincent van Gogh beispielsweise konnte sich das teure Cadmiumgelb nicht leisten. Das Resultat war, dass sich die leuchtenden Gelbpartien in seinen Bildern veränderten.

    Im Laufe der Zeit ist Chromgelb jedoch mehr und mehr verbessert worden. Heutzutage wird Chromgelb in einem speziellen Verfahren gecoatet (unmmantelt), was es unempfindlich gegen Schwefel und unerwünschte Verfärbungen macht."
  • Lars Böttger
    www.arge-belux.de
    • 07.08.2003
    • 8417

    #2
    Bleisulfidschäden - Betroffene Marken/Abhilfe

    In diesem Thread geht es darum, die betroffenen Marken zu benennen, um Sammler vor Schaden zu bewahren. Nicht nur deutsche Marken sind potentielle Opfer, auch Marken anderer Länder verändern sich unter Schwefeleinfluss.

    Ausserdem ist die sichere Aufbewahrung wichtig. Wenn ich es richtig verstanden habe, dann ist das klassische Einsteckalbum mit Pergaminstreifen und -seiten immer noch die beste Aufbewahrungsmöglichkeit.

    Den ausführlichen Beitrag von Herrn Feuser über gefährdete Beiträge habe ich hier hin verschoben.

    Beste Sammlergrüsse!

    Lars
    Zuletzt geändert von Lars Böttger; 06.01.2008, 13:31.
    www.bdph.de und www.arge-belux.de

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    • rolfnr
      Heimatsammler Trier
      • 13.07.2003
      • 493

      #3
      Preussen MiNr 15

      Viele Grüße
      Rolf
      Angehängte Dateien
      Heimatsammlung Trier

      Schon die Römer haben hier gut gelebt!

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      • Lars Böttger
        www.arge-belux.de
        • 07.08.2003
        • 8417

        #4
        Luxemburg Mi. 24 - potentieller Kandidat?

        Die 1 Centime-Marke ist in mehreren Farbtönen gedruckt worden, darunter Orange und Braunorange (siehe Beispiel). Die Farbveränderung ist nur sehr leicht, möglicherweise auch nur eine Farbnuance, kein Bleisulfidschaden.

        Beste Sammlergrüsse!

        Lars
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        • Lars Böttger
          www.arge-belux.de
          • 07.08.2003
          • 8417

          #5
          NDP Mi. 3 + Mi. 15

          Auch dies sind zwei Marken, bei denen mir Verfärbungen aufgefallen sind. Ich kann mir gut vorstellen, dass sie als "Nachfolger" zur Preussen Mi. 15 mit einer ähnlichen Farbe gedruckt wurden.

          Die Briefe aus dem Bildbeispiel zeigen (noch) keine Veränderung, Mi. 3 ist aber unfrisch.

          Momentan bewahre ich beide Briefe in einem SAFE-Album mit Blankoblättern auf. Im Laufe des Jahres werde ich auf Einsteckalben umschwenken.

          Beste Sammlergrüsse!

          Lars
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          • Dietemann
            Alles von Eschwege
            • 10.08.2005
            • 436

            #6
            Thurn und Taxis Nr.15 http://www.bdph.de/forum/showthread.php?t=2281&page=2

            Zitat: Inzwischen liegt mir der neue Sem vor und dort heißt es: Mir vorgelegen haben auch Exemplare von Nr. 15 und 21 in eindeutig oxidierter Farbe. Besonders gefährlich sind nicht weichmacherfreie Folien und Luftabschluss. Die Oxidation bzw. Zerstörung der Druckfarbe kann innerhalb weniger Monate einsetzen!
            Zuletzt geändert von Dietemann; 06.01.2008, 15:18.

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            • Peter Feuser
              Registrierter Benutzer
              • 28.12.2007
              • 139

              #7
              Diese Verfärbung ist eindeutig ein Bleisulfidschaden, der in ähnlicher Form nicht nur viele Taxis-Originale, sondern sogar zahlreiche Neudrucke von 1910 trifft!
              Zuletzt geändert von Peter Feuser; 15.04.2008, 18:03.

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              • Lars Böttger
                www.arge-belux.de
                • 07.08.2003
                • 8417

                #8
                Luxembourg Mi. 11

                Auch das ist eine Marke (bzw. ihre durchstochenen und gezähnten Nachfolger), die von der Farbe her potentiell gefährdet ist. Schäden sind mir allerdings noch nicht bekannt geworden.

                Beste Sammlergrüsse!

                Lars
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                • Lars Böttger
                  www.arge-belux.de
                  • 07.08.2003
                  • 8417

                  #9
                  Thurn und Taxis Nr.15

                  Zitat von Dietemann
                  Zitat: Inzwischen liegt mir der neue Sem vor und dort heißt es: Mir vorgelegen haben auch Exemplare von Nr. 15 und 21 in eindeutig oxidierter Farbe. Besonders gefährlich sind nicht weichmacherfreie Folien und Luftabschluss. Die Oxidation bzw. Zerstörung der Druckfarbe kann innerhalb weniger Monate einsetzen!
                  Anbei das Bild von @dietemann.
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                  • Lars Böttger
                    www.arge-belux.de
                    • 07.08.2003
                    • 8417

                    #10
                    Frankreich

                    Auch Frankreich hat viele Marken in Orangetönen gedruckt. Hat denn ein Frankreichsammler schon Hinweise auf Verfärbungen gesehen?

                    Beste Sammlergrüsse!

                    Lars
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                    • Peter Feuser
                      Registrierter Benutzer
                      • 28.12.2007
                      • 139

                      #11
                      Klassische Frankreich-Marken sind in großem Umfange betroffen. auch sehr teure Werte und auch Rot- (1 Fr.) und Blautöne. Ein deutscher Hersteller von Transparentalben usw. hat große Marktanteile in Frankreich.

                      In Frankreich werden leider auch immer noch in größerem Maße stark weichmacherhaltige Weich-PVC-Folien zur Briefmarkenaufbewahrung verwendet. Ggf. bei Besuchen auf franz. Messen und Ausstellungen darauf achten.
                      Zuletzt geändert von Peter Feuser; 15.04.2008, 17:56.

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                      • Peter Feuser
                        Registrierter Benutzer
                        • 28.12.2007
                        • 139

                        #12
                        Das ist ein Test testKlicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

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                        • Peter Feuser
                          Registrierter Benutzer
                          • 28.12.2007
                          • 139

                          #13
                          Hallo, ich versuche einmal, weitere Bilder einzustellen und gebe die Kommentare dazu später ab:Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

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                          • Peter Feuser
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                            • 28.12.2007
                            • 139

                            #14
                            Hallo
                            ein letzter scan noch, der nicht mehr draufpassteKlicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

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                            • Peter Feuser
                              Registrierter Benutzer
                              • 28.12.2007
                              • 139

                              #15
                              Hallo, auweia. Die Scans kommen, bis auf den ersten Versuch ganz schlecht raus.

                              Ich will hier nicht den ganzen Platz blockieren, evtl. versucht die Sekretärin es aber später nochmal, weil die Aussagekraft so wie jetzt teils gleich null ist.

                              Zu den Dt. Reich Nr. 3: Dies ist eine Seite aus dem im Hauptthread erwähnten Frankreich-Lager (es sind auch einige Nr. 14 dabei). Bemerkenswert ist, dass keine einzige der unter Hart-PVC-Folien extrem gefährderten Nr. 3 (1/2 Gr. ziegelrot) Bleisulfidschäden hat, obwohl sich alle Marken seit über 40 Jahren in stinkenden, stark weichmacherhaltigen Weich-PVC-Blattschutzhüllen aus dem franz. Büroartikelhandel befinden.
                              Zuletzt geändert von Peter Feuser; 15.04.2008, 18:04.

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