Hallo, Lars,
betroffen sind nach meinen Beobachtungen die Farben Chromgelb und Chromorange sowie alle Farben, denen diese beigemischt wurden, also auch viele Rot-, Grün-, Braun-, Lila- und Blautöne.
Auch das sog. Bleiweiß ist betroffen, wie es für "gestrichene" Papiere (vgl. Abbildung des Bremen-Bogens 4c in PHILATELIE 1/2008) verwendet wurde.
Wenn die Bleianteile in diesen Farben nicht ordentlich zum Schutz vor einem Austreten ummantelt wurden, reagieren sie mit dem Schwefel, was zur Bildung von Bleisulfid führt. Deshalb leiden auch viele Ansichtskarten (vor allem Lithos) unter den Folien und färben sich vor allem an den Rändern braunschwarz.
Fazit also: Alle Marken, deren Farben oder Papiere Chromgelb, Chromorange oder Bleiweiß enthalten, sind akut gefährdet, wenn das Blei nicht ummantelt ist. Das ist auch der Grund dafür, dass die ziegelroten Deutsches Reich-Marken Mi. 3 und Nr. 8 (auch Nr. 2 und 7) praktisch immer unter den Hart-PVC-Folien Bleisulfidschäden erleiden, die orangefarbenen Nr. 15, 18 und 24 aber nicht (vielleicht auch, weil deren Farben aus dem hochwertigeren Cadmiumgelb gefertigt waren). Das Problem betrifft Marken, Poststempel, Formulare, Klebezettel usw. der ganzen Welt (naturgemäß vor allem Klassik), da die Herstellungsverfahren für Farben und Briefmarken, ähnlich wie heute, überall in entwickelten Ländern weitgehend gleich waren. Mit dem Aufkommen der Anilinfarben stellte sich das Problem kaum noch.
Zum besseren Verständnis hier mal eine Information eines Farbenherstellers zum Thema "Chromgelb":
"Bei hellen Chromgelbtypen handelt es sich um ein Bleichromat PbCroO4;bei orangefarbigen Sorten, als Chromorange gehandelt, ist zusätzlich Bleihydroxid Pb(OH)2) eingebaut. Da Chromgelb sowohl Blei als auch Chromat enthält, ist es als gesundheitsschädlich einzustufen. Das Chromat steht überdies im Verdacht, krebserzeugend zu sein.
Chromgelb wurde erstmalig 1797 dargestellt und ab 1818 fabrikatorisch gefertigt. Die damaligen Chromgelbtöne waren jedoch nur bedingt beständig. Unter Einfluss von Schwefel oder schwefelhaltigen Pigmenten konnten Bräunungen oder Schwärzungen, die sich als Verfärbung ins grünliche bemerkbar machten, auftreten.
Der bekannte Maler Vincent van Gogh beispielsweise konnte sich das teure Cadmiumgelb nicht leisten. Das Resultat war, dass sich die leuchtenden Gelbpartien in seinen Bildern veränderten.
Im Laufe der Zeit ist Chromgelb jedoch mehr und mehr verbessert worden. Heutzutage wird Chromgelb in einem speziellen Verfahren gecoatet (unmmantelt), was es unempfindlich gegen Schwefel und unerwünschte Verfärbungen macht."
betroffen sind nach meinen Beobachtungen die Farben Chromgelb und Chromorange sowie alle Farben, denen diese beigemischt wurden, also auch viele Rot-, Grün-, Braun-, Lila- und Blautöne.
Auch das sog. Bleiweiß ist betroffen, wie es für "gestrichene" Papiere (vgl. Abbildung des Bremen-Bogens 4c in PHILATELIE 1/2008) verwendet wurde.
Wenn die Bleianteile in diesen Farben nicht ordentlich zum Schutz vor einem Austreten ummantelt wurden, reagieren sie mit dem Schwefel, was zur Bildung von Bleisulfid führt. Deshalb leiden auch viele Ansichtskarten (vor allem Lithos) unter den Folien und färben sich vor allem an den Rändern braunschwarz.
Fazit also: Alle Marken, deren Farben oder Papiere Chromgelb, Chromorange oder Bleiweiß enthalten, sind akut gefährdet, wenn das Blei nicht ummantelt ist. Das ist auch der Grund dafür, dass die ziegelroten Deutsches Reich-Marken Mi. 3 und Nr. 8 (auch Nr. 2 und 7) praktisch immer unter den Hart-PVC-Folien Bleisulfidschäden erleiden, die orangefarbenen Nr. 15, 18 und 24 aber nicht (vielleicht auch, weil deren Farben aus dem hochwertigeren Cadmiumgelb gefertigt waren). Das Problem betrifft Marken, Poststempel, Formulare, Klebezettel usw. der ganzen Welt (naturgemäß vor allem Klassik), da die Herstellungsverfahren für Farben und Briefmarken, ähnlich wie heute, überall in entwickelten Ländern weitgehend gleich waren. Mit dem Aufkommen der Anilinfarben stellte sich das Problem kaum noch.
Zum besseren Verständnis hier mal eine Information eines Farbenherstellers zum Thema "Chromgelb":
"Bei hellen Chromgelbtypen handelt es sich um ein Bleichromat PbCroO4;bei orangefarbigen Sorten, als Chromorange gehandelt, ist zusätzlich Bleihydroxid Pb(OH)2) eingebaut. Da Chromgelb sowohl Blei als auch Chromat enthält, ist es als gesundheitsschädlich einzustufen. Das Chromat steht überdies im Verdacht, krebserzeugend zu sein.
Chromgelb wurde erstmalig 1797 dargestellt und ab 1818 fabrikatorisch gefertigt. Die damaligen Chromgelbtöne waren jedoch nur bedingt beständig. Unter Einfluss von Schwefel oder schwefelhaltigen Pigmenten konnten Bräunungen oder Schwärzungen, die sich als Verfärbung ins grünliche bemerkbar machten, auftreten.
Der bekannte Maler Vincent van Gogh beispielsweise konnte sich das teure Cadmiumgelb nicht leisten. Das Resultat war, dass sich die leuchtenden Gelbpartien in seinen Bildern veränderten.
Im Laufe der Zeit ist Chromgelb jedoch mehr und mehr verbessert worden. Heutzutage wird Chromgelb in einem speziellen Verfahren gecoatet (unmmantelt), was es unempfindlich gegen Schwefel und unerwünschte Verfärbungen macht."
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