Fälschungen bei eBay & Co.

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  • Lars Böttger
    www.arge-belux.de
    • 07.08.2003
    • 8417

    #616
    Hallo Karl,

    wenn ich sehe, dass die "Vorsichtshalb-Falsch"-Verkäufer die echten Rotaufdrucke mit Nachprüfgarantie anbieten, und die Falschaufdrucke mit dem verbalen Feigenblättchen, dann geht es nicht um angeblich überhöhte Prüfgebühren, sondern um die Suche nach einem Dummen. Das liegt nicht an eBay. Wenigstens bemüht sich eBay, das Problem anzugehen.

    Beste Sammlergrüsse!

    Lars
    www.bdph.de und www.arge-belux.de

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    • Michael Lenke
      Administrator
      • 28.01.2006
      • 6922

      #617
      Zitat von katze52
      ... dass gerade diese Plattform in den letzten Jahren die Handelspreise macht und der "seriöse" Fachhandel schon lange keine Messlatte mehr ist.
      Nicht eBay macht die Preise, sondern erstmals pegeln sich Preise nach Angebot und Nachfrage auf einer sehr breiten Basis ein. Erst durch das Internet und Online-Auktionen entwickeln sich Preise die nicht "gemacht" sind, zumindest für die Art Material, was dort geht.

      Mike
      Wehr fähler findet, daf si behaltn.
      Die Krakauer Aufdrucke von Polen 1919 - mit Schlitzohrparade.
      Prüfer und Experte des Polnischen Philatelistenverbandes (PZF)

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      • Juergen Kraft
        Registrierter Benutzer
        • 30.11.2005
        • 1747

        #618
        Alle Michelpreise falsch?

        Zitat von Aleks
        Nicht eBay macht die Preise, sondern erstmals pegeln sich Preise nach Angebot und Nachfrage auf einer sehr breiten Basis ein. Erst durch das Internet und Online-Auktionen entwickeln sich Preise die nicht "gemacht" sind, zumindest für die Art Material, was dort geht. Mike
        Zu den vorhergehenden Beiträgen muss ich einmal mehr feststellen, dass unqualifiziert auf den Fachhandel und die Michelpreise geschimpft wird.

        Das Problem liegt jedoch darin, dass Anfänger, vermeintliche Profis und selbsternannte Marktanalysten, frei von philatelistischem Basiswissen sind.

        Marken unter einem gewissen Michelpreis, den kann man mit 1 Euro oder auch 2,50 Euro ansetzen, haben keinen Handelswert. Der Michelpreis ist eine "Handlingpauschale", ein Preis den der Händler haben muss, damit er Miete, Personal, Steuern usw. bezahlen kann. Er muss die Marke ins Lagerbuch sortieren und auch den Kunden mit Zeitaufwand bedienen. Dem Händler dafür ein Recht auf einen angemessenen Verkaufspreis abzusprechen, ist die Sicht derer, die "billigst kaufen" für ein Menschenrecht halten.

        Der nächste Punkt:

        wichtiger, als die absolute Höhe des Katalogpreises, ist die Qualität der angebotenen Briefmarken. Auch alles, was die Marke von beliebig verfügbaren Stücken unterscheidet, beeinflußt den Wert ernorm.

        Ich gebe zu, eine einfache postfrische Marke Bund/Berlin, bringt sicher eher um 25% vom Michel. Ein schöner Satz (ebenso, wie ihn der Michel meint und keine Mängel) Bund Wohlfahrt 1951 bringt sicher mehr als 25% Michel.

        Ein Eckrandsatz von Mittelware, sagen wir 10,- - 50,- Katalogwert, bringt auch bei Ebay leicht über 100% vom Michel.

        Diese Spanne muss vom Michelkatalogpreis abgedeckt werden.

        Preise die ich ständig beobachte, zum Beispiel für Kolonien, Altdeutschland oder ähnliche Gebiete, liegen im Schnitt sehr nahe am Michelpreis. Ich spreche von der Vermarktung über Ebay, ich spreche von gestempeltem Material.

        Jede DR Nr. 19, Michelwert 4,50, wird von mir zum vollen Katalogwert gekauft. Einzige Bedingung, sie muss, wie folgt, gut erhalten sein. Ich habe sicher über 1000 Stück, die ich für mehr als 100% Michel gekauft habe. Das ist auch bei anderen Marken Bedingung für den Michelpreis. Eine Nr. 19 hat eine Prägung, Prägung geht beim Waschen kaputt. Also: ich sammle nur auf Briefstück. Ich will den Stempel sehen, also ich sammle nur mit vollständigem Stempel. Ansonsten kann das Briefstück minimal klein sein. Keine Knicke, Riße, Löcher, Stockflecke, Zahnfehler. Dezentriert? Darf sogar sein. Ist eine Marke sehr gut zentriert, gezähnt, geprägt und sauber, vollständig gestempelt, bringt sie in der Regel ein mehrfaches vom Michelpreis. Der Michelkatalog hat ein ausführliches Vorwort für welche Qualität die Preise gelten. Das liest jedoch keiner.

        OK, werdet ihr sagen, dass wäre nur bei Brustschild so. Weit gefehlt. Nehmen wir Bund, Marken zwischen 5,- und 50,- Euro, gestempelt, mit sauberem Vollstempel aus Bedarf. Ich rede nicht von Briefstücken. Die bringen leicht mehr als 100% Michel. Man muss natürlich ca. 10.000 Schrottmarken ansehen, bis ein Stück kommt, wie es mir gefällt oder 1.000 Schrottmarken bis ein Stück die Qualität erreicht, die der Michelkatalog bewertet.

        Ein anderes Beispiel. Bei machen Marken steht in Katalogen, wie Qualitätsmängel zu bewerten sind. Beispiel: es gibt Gebiete, da steht "im Schnitt berührt 30% der Preise" und "ohne Gummi 10% der Preise". Haben wir eine solche Marke, sagen wir zu 1.000,- Michel normal, ungebraucht, berührt und ohne Gummi, wäre der volle Katalogwert 30,-. Nun hat die Marke aber noch eine helle Stelle! Was nun? Kein Problem! Da die Marke ja mit Katalogwert = 1.000,- angeboten wird, bieten Unwissende ohnehin 65,76! Damit erreicht die Marke ja über 200% vom Katalogwert. Nur: keiner hat es gemerkt!

        Soll Michel hergehen und sagen, bei Ebay bringen die Marken im Schnitt 10%, also setzen wir die neuen Preise mit 10% der Alten an?
        Zuletzt geändert von Juergen Kraft; 17.01.2007, 21:48.
        Jürgen Kraft, Apt. 17, 38612 El Medano, Tenerife-Sur - Spanien
        Projekt Stempeldatenbank, Stampswiki, Linkdatenbank
        Mitglied BDPH, AIJP (Association Internationale des Journalistes Philatéliques)

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        • Michael Lenke
          Administrator
          • 28.01.2006
          • 6922

          #619
          Das Problem liegt ehr darin, dass manche selbstherrlichen Profis alle, die nicht ihrer Meinung sind, als Anfänger, vermeintliche Profis, Unwissende und frei von philatelistischem Basiswissen abqualifizieren. Ist doch einfach - alle Käufer und Verkäufer bei eBay haben keine Ahnung und stören nur die Kreise der allwissenden Profis.

          Lieber Briefmarkengott - ich glaube an den lieben Michel, die Kraft und an Basel.

          Mike
          Wehr fähler findet, daf si behaltn.
          Die Krakauer Aufdrucke von Polen 1919 - mit Schlitzohrparade.
          Prüfer und Experte des Polnischen Philatelistenverbandes (PZF)

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          • Dietemann
            Alles von Eschwege
            • 10.08.2005
            • 436

            #620
            @ erstlesen: schade um die letzten zwei Sätze, die entwerten den Rest.

            Selbstverständlich sind ebay Marktpreise, nur wie Sie richtig ausgeführt haben, für Stücke in einer Qualität, die dem Michelansatz sehr oft nicht entspricht. Falsche Wertangaben in ebay-Beschreibungen sind aber eher ein kleineres Problem (die kann ich mit einem Michelkatalog und gelesenem Vorwort leicht selbst herausfinden ). Wieviele Arten von Verfälschungen es gibt, lerne ich aber erst im Forum.

            Kommentar

            • Juergen Kraft
              Registrierter Benutzer
              • 30.11.2005
              • 1747

              #621
              Etwas konkreter bitte

              Zitat von Aleks
              Das Problem liegt ehr darin, dass manche selbstherrlichen Profis alle, die nicht ihrer Meinung sind, als Anfänger, vermeintliche Profis, Unwissende und frei von philatelistischem Basiswissen abqualifizieren. Ist doch einfach - alle Käufer und Verkäufer bei eBay haben keine Ahnung und stören nur die Kreise der allwissenden Profis. Lieber Briefmarkengott - ich glaube an den lieben Michel, die Kraft und an Basel. Mike
              Hallo,

              man kann die Analyse auch emotionsloser betreiben. Beispielsweise kann man im Forum eine Menge Beiträge finden, in denen behauptet wird, bei Ebay würden keine Marktpreise erzielt. Auch da stehen Gründe und die Beiträge sind nicht von mir.

              Man kann auch einfach beendete Verkäufe betrachten. Nehmen wir Artikel 230077381634, hier ein Bild:



              Die Marke hat einen falschen Aufdruck. Das war auch so beschrieben. Der Verkaufspreis war 12,50 Euro. Ich halte die Marke für wertlos.

              Bei Ebay wurde nun also ein Preis erzielt der nicht neue Maßstäbe setzt, sondern sich nahtlos in die Preise einreiht, die immer dafür erzielt werden.

              Auch wenn das hier scheinbar Niemand glauben will, viele Beobachter bei Ebay (nicht hier) glauben wirklich, 12,50 wäre der Preis für eine postfrische 3 Mark Schwarzaufdruck.

              Schauen wir auf echte 3 Mark Schwarzaufdruck Marken. Die Marke unten, mit kleinem Falzrest, kostete 10,12 Euro.



              Also verdichtet sich das Bild der Beobachter für das Preisgefüge.

              Lieber @Aleks,

              ich bin nicht der Sprecher des APHV. Ich bin nur Beobachter. Wie ist denn deine Meinung zu den Michelpreisen? Sollte der Michel mehr auf die Verkaufspreise bei Ebay achten? Sollte eine Preisspalte für, nennen wir es einmal "handelsübliche Qualität" und meinen den durchschnittlichen Zustand bei Ebay. Soll der Michel, Verkaufspreise die bei Ebay für Fälschungen erzielt wurden, die als echt angeboten waren, mit einkalkulieren? Das sind konkrete Fragen. Vielleicht hast du auch konkrete Antworten?
              Zuletzt geändert von Juergen Kraft; 17.01.2007, 21:46.
              Jürgen Kraft, Apt. 17, 38612 El Medano, Tenerife-Sur - Spanien
              Projekt Stempeldatenbank, Stampswiki, Linkdatenbank
              Mitglied BDPH, AIJP (Association Internationale des Journalistes Philatéliques)

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              • Juergen Kraft
                Registrierter Benutzer
                • 30.11.2005
                • 1747

                #622
                Hier gefragt heißt schon geändert ...

                Zitat von Dietemann
                @ erstlesen: schade um die letzten zwei Sätze, die entwerten den Rest. Selbstverständlich sind ebay Marktpreise, nur wie Sie richtig ausgeführt haben, für Stücke in einer Qualität, die dem Michelansatz sehr oft nicht entspricht. Falsche Wertangaben in ebay-Beschreibungen sind aber eher ein kleineres Problem (die kann ich mit einem Michelkatalog und gelesenem Vorwort leicht selbst herausfinden ). Wieviele Arten von Verfälschungen es gibt, lerne ich aber erst im Forum.
                Hallo @Dietemann,

                ich habe die beiden Sätze ersatzlos gestrichen. Ich bin Argumenten gegenüber aufgeschlossen.

                Viele Grüße
                Jürgen Kraft, Apt. 17, 38612 El Medano, Tenerife-Sur - Spanien
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                • Michael Lenke
                  Administrator
                  • 28.01.2006
                  • 6922

                  #623
                  @erstlesen
                  Mein Michel-Spezial Deutschland ist von 1989 - den brauche ich nur, um einige Informationen zu bekommen, die die deutsche Periode meines primären Sammelgebietes betreffen. Für die wertmäßige Beurteilung der Marken, Ganzsachen, Briefe, etc. interessiert der Michel null, weil andere Kriterien eine wesentlich wichtigere Rolle spielen. Die muss man selbst urteilen können, da gibt es keine 10% + 5% * 2,5 + 3% Ansätze, die meist sowieso nicht stimmen. Ich muss mich auch wirklich nicht laufend mit neuen Jahres-Ausgaben und geänderten Wertansätzen reichrechnen.

                  Für mein Markengebiet ist der Michel nicht annähernd so kompetent, wie ein Deutschland-Netto-Katalog für Altdeutschland (gibt es den noch?). Was sagt denn der Satz "Im Michel unterbewertet" aus? Doch eigentlich, die haben keine Ahnung vom Markt.

                  Wäre es bei anderen Sachen nicht sinnvoller mit Grundpreisen und Aufschlägen zu arbeiten, statt die Luxusstücke zu bewerten und mit Mängeln auf 1% runterzurechnen? Wer liegt hier daneben?

                  Ich glaube manchmal, dass der Michel sich nur gut verkauft, wenn viele sich jedes Jahr um 3,41% reicher rechnen können. Nur dann kommt der Katalogpreis wieder raus. Wegen der Neuheiten braucht doch niemand einen neuen Katalog.

                  Mike
                  Wehr fähler findet, daf si behaltn.
                  Die Krakauer Aufdrucke von Polen 1919 - mit Schlitzohrparade.
                  Prüfer und Experte des Polnischen Philatelistenverbandes (PZF)

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                  • *MGS*
                    DDR und Preussen
                    • 30.10.2003
                    • 328

                    #624
                    Also bis jetzt habe ich die Diskussion eher belustigt verfolgt, aber nun will ich auch mal meinen berühmten Senf dazugeben. Ich hoffe es wird dann nicht zu scharf.

                    Also ich denke das ebay schon Marktpreise erzielt, aber eben nur bei Standardware. Da sind die Preise diverser Händler und auch Auktionen wohl nur auf die berühmten solventen älteren Sammler zugeschnitten.

                    Bei besonderen Stücken dagegen ist ebay wohl nur bedingt ein Gradmesser, da ein Großteil der Käufer die Qualität des jeweiligen Stückes vollkommen unberücksichtigt läßt, so hat es zumindest den Anschein.

                    Aber es gibt auch das Gegenbeispiel. Ich sammle DDR EF/MeF und hier werden bei ebay zur Zeit Preise erzielt, die liegen jenseits jedes Michelpreises. 300-1000 % sind da keine Ausnahme. Das liegt zum einen natürlich an dem etwas banalen Michelkatalog Briefe, der bessere EF/MeF nicht unterscheidet, aber auch nach dem Stollberger sind die Preise mehr als ansehnlich. Bei einigen Sachen sind die Preise teilweise doppelt so hoch wie beim Händler. Und das kommt öfters vor als man denkt.
                    Also wenn man ebay zum einen als negativen Maßstab (niedrige Preise) nicht wahrhaben will, dann sollte man auch sehen, das ebay als positiver Maßstab nicht zu verachten ist. Gerade was Trends anbelangt halte ich ebay, wegen seiner Schnelligkeit, siehe Rembrandt MH oder Melisefasern, schon für einen Preismacher.

                    Am Michel stört mich "nur", das Spezial draufsteht wo nicht mal Standard drin ist. Ich glaube die habe sich mit ihren ganzen Katalogen mittlerweile so verzettelt, daß sie da kaum noch rauskommen werden. Jeder halbwegs anspruchvolle Sammler kommt mit einem Michel, egal ob Spezial oder nicht, einfach nicht aus. Und die gesalzenen Preise die umgekehrt proportional zum Inhalt steigen helfen auch nicht gerade.
                    Ich hoffe das mein Traum von einem wirklchen Spezialkatalog für jedes x-beliebige Sammelgebiet, in dem von Marken bis Stempel, alles erfaßt ist, und wirklich alles, sich noch zu meinen Lebzeiten erfüllen wird. Aber das glaube ich wohl nicht.

                    Kommentar

                    • Lacplesis
                      Russland bis 1923
                      • 17.11.2006
                      • 495

                      #625
                      Irreführendes Angebot

                      Unternimmt ebay eigentlich auch was wegen irreführender Angebote?




                      Beide angeboten als:
                      ALTRUßLAND Mi. 38 y 750 .-€

                      In Wirklichkeit sind es jedoch Mi: 55y 12,-€
                      Man kann zwar auf den Scans die Blitze über den Posthörnern nicht ausmachen (welche den Unterschied ausmachen), dafür aber die Jahreszahlen auf den Stempeln. 1907 und 1909. Da war die 38y bereits eine gesuchte philatelistische Rarität und auch die 55x schon lange von den Schaltern verschwunden.

                      Auf Anfrage antwortet der Verkäufer:
                      "hallo Niemals 55 hat Staatswappen un d sieht anderes aus!
                      Gruss"

                      Ehemm.. wie gesagt der Unterschied zwischen 38 und 55 ist das 38 keine Blitze über den Posthörnern hat. Super Antwort...

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                      • katze52
                        Deutschland, Schweiz, T+T
                        • 19.11.2003
                        • 445

                        #626
                        Eine Lanze für den Fachhandel brechen!

                        Zitat von erstlesen
                        Zu den vorhergehenden Beiträgen muss ich einmal mehr feststellen, dass unqualifiziert auf den Fachhandel und die Michelpreise geschimpft wird.

                        Das Problem liegt jedoch darin, dass Anfänger, vermeintliche Profis und selbsternannte Marktanalysten, frei von philatelistischem Basiswissen sind.

                        Marken unter einem gewissen Michelpreis, den kann man mit 1 Euro oder auch 2,50 Euro ansetzen, haben keinen Handelswert. Der Michelpreis ist eine "Handlingpauschale", ein Preis den der Händler haben muss, damit er Miete, Personal, Steuern usw. bezahlen kann. Er muss die Marke ins Lagerbuch sortieren und auch den Kunden mit Zeitaufwand bedienen. Dem Händler dafür ein Recht auf einen angemessenen Verkaufspreis abzusprechen, ist die Sicht derer, die "billigst kaufen" für ein Menschenrecht halten.

                        Der nächste Punkt:

                        wichtiger, als die absolute Höhe des Katalogpreises, ist die Qualität der angebotenen Briefmarken. Auch alles, was die Marke von beliebig verfügbaren Stücken unterscheidet, beeinflußt den Wert ernorm.

                        Ich gebe zu, eine einfache postfrische Marke Bund/Berlin, bringt sicher eher um 25% vom Michel. Ein schöner Satz (ebenso, wie ihn der Michel meint und keine Mängel) Bund Wohlfahrt 1951 bringt sicher mehr als 25% Michel.

                        Ein Eckrandsatz von Mittelware, sagen wir 10,- - 50,- Katalogwert, bringt auch bei Ebay leicht über 100% vom Michel.

                        Diese Spanne muss vom Michelkatalogpreis abgedeckt werden.

                        Preise die ich ständig beobachte, zum Beispiel für Kolonien, Altdeutschland oder ähnliche Gebiete, liegen im Schnitt sehr nahe am Michelpreis. Ich spreche von der Vermarktung über Ebay, ich spreche von gestempeltem Material.

                        Jede DR Nr. 19, Michelwert 4,50, wird von mir zum vollen Katalogwert gekauft. Einzige Bedingung, sie muss, wie folgt, gut erhalten sein. Ich habe sicher über 1000 Stück, die ich für mehr als 100% Michel gekauft habe. Das ist auch bei anderen Marken Bedingung für den Michelpreis. Eine Nr. 19 hat eine Prägung, Prägung geht beim Waschen kaputt. Also: ich sammle nur auf Briefstück. Ich will den Stempel sehen, also ich sammle nur mit vollständigem Stempel. Ansonsten kann das Briefstück minimal klein sein. Keine Knicke, Riße, Löcher, Stockflecke, Zahnfehler. Dezentriert? Darf sogar sein. Ist eine Marke sehr gut zentriert, gezähnt, geprägt und sauber, vollständig gestempelt, bringt sie in der Regel ein mehrfaches vom Michelpreis. Der Michelkatalog hat ein ausführliches Vorwort für welche Qualität die Preise gelten. Das liest jedoch keiner.

                        OK, werdet ihr sagen, dass wäre nur bei Brustschild so. Weit gefehlt. Nehmen wir Bund, Marken zwischen 5,- und 50,- Euro, gestempelt, mit sauberem Vollstempel aus Bedarf. Ich rede nicht von Briefstücken. Die bringen leicht mehr als 100% Michel. Man muss natürlich ca. 10.000 Schrottmarken ansehen, bis ein Stück kommt, wie es mir gefällt oder 1.000 Schrottmarken bis ein Stück die Qualität erreicht, die der Michelkatalog bewertet.

                        Ein anderes Beispiel. Bei machen Marken steht in Katalogen, wie Qualitätsmängel zu bewerten sind. Beispiel: es gibt Gebiete, da steht "im Schnitt berührt 30% der Preise" und "ohne Gummi 10% der Preise". Haben wir eine solche Marke, sagen wir zu 1.000,- Michel normal, ungebraucht, berührt und ohne Gummi, wäre der volle Katalogwert 30,-. Nun hat die Marke aber noch eine helle Stelle! Was nun? Kein Problem! Da die Marke ja mit Katalogwert = 1.000,- angeboten wird, bieten Unwissende ohnehin 65,76! Damit erreicht die Marke ja über 200% vom Katalogwert. Nur: keiner hat es gemerkt!

                        Soll Michel hergehen und sagen, bei Ebay bringen die Marken im Schnitt 10%, also setzen wir die neuen Preise mit 10% der Alten an?
                        Ich kann dem Kollegen Kraft nur voll und ganz zustimmen. Die Analyse ist korrekt und entspricht auch meinen Erfahrungen. Das hat mit "Gott-sein" nichts zu tun. So sind nun mal die Realitäten. Viel zu vieles wird schön geredet. Wer möchte nicht gerne sein "Schnäppchen" machen und vergisst in seiner Gier nach Qualität zu fragen? Michel regelt - und das seit jeher - die Wertverhältnisse der Marken untereinander. Darin liegt das grösste Plus dieser Kataloge (und natürlich in der sachlichen Information)!

                        Grüsse
                        Karl

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                        • Lars Böttger
                          www.arge-belux.de
                          • 07.08.2003
                          • 8417

                          #627
                          Zitat von Lacplesis
                          Unternimmt ebay eigentlich auch was wegen irreführender Angebote?




                          Beide angeboten als:
                          ALTRUßLAND Mi. 38 y 750 .-€

                          In Wirklichkeit sind es jedoch Mi: 55y 12,-€
                          @lacplesis:

                          Wenn Du es über den Watchdog-Link meldest, schon.

                          Beste Sammlergrüsse!

                          Lars
                          www.bdph.de und www.arge-belux.de

                          Kommentar

                          • 1867
                            Registrierter Benutzer
                            • 19.03.2004
                            • 2054

                            #628
                            @ *MGS*

                            "Ich hoffe das mein Traum von einem wirklchen Spezialkatalog für jedes x-beliebige Sammelgebiet, in dem von Marken bis Stempel, alles erfaßt ist, und wirklich alles, sich noch zu meinen Lebzeiten erfüllen wird. Aber das glaube ich wohl nicht."


                            Ja, dies kannste ab jetzt vergessen.
                            Allein mein kleines Lieblings-Sammelgebietchen *Helgoland*, würde einen
                            Handbuchcharakter sprengen und in eine Art Enzyklopädi ausarten.
                            Ich hatte mal angefangen für den BGSV einen "kurzen" Artikel zu schreiben,
                            welcher nur das Wesentliche über die Ganzsachen Helgolands beinhalten
                            sollte. Bei Seite 100 habe ich das Handtuch geworfen, denn ich war
                            erst bei der Beschreibung der Postkarte Nr. 3.
                            Du weißt einfach nicht wie weit du ins Detail gehen sollst. Der eine will das
                            wissen, der andere das. Alles aufzuschreiben ist beinahe unmöglich.
                            Dazu kommen Abbildungen usw. ganz zu schweigen von dem Aufzeigen
                            möglicher Fälschungen <-- auch ein nicht ganz unstrittiger Punkt !!!
                            Daher ist es auch kein Wunder, dass sich ein Sammler durch soviel Literatur
                            wühlen muß. Der eine schrieb das, der andere das. Nicht alles immer ganz
                            richtig, aber egal, dies heraus zu finden, liegt an jedem selber.
                            Jetzt kommen noch die Auktionskataloge hinzu, in denen Material angeboten
                            wird, welches man sich oft nicht leisten kann, was aber für solche
                            Ausarbeitungen unbedingt von Nöten wäre.
                            Weißte was das für Arbeit macht?
                            Schön finde ich die neue Reihe, welche mit dem neuen Köhler Katalog kam.
                            Aber die Preise ... da legts dir nieder ...
                            Aber genau das ist es.
                            Eine Ausarbeitung in der Form, wie du sie dir wünschen würdest könntest du
                            dir maximal für dein Sammelgebiet erlauben, weil du daran interessiert bist.
                            Alles andere wäre für dich unerschwinglich und außerdem wäre es viel zu viel
                            an Information, die kein Mensch verarbeiten kann.
                            Mir hebt sich ja schon die Mütze einen Meter höher, wenn ich nur eine
                            Ausstellung besuche. Viel zu viel Input, den ich nicht verarbeiten kann.
                            Trotzdem:
                            Der Gedanke ist gut, wird aber niemals realisiert werden.
                            ... Literatur spricht viele Bände ...

                            Kommentar

                            • uli
                              Registrierter Benutzer
                              • 26.12.2006
                              • 398

                              #629
                              Ermittlung des Michelwert

                              @erstlesen

                              Ich bin nicht Alex, möchte aber trotzdem antworten.

                              Sollte der Michel mehr auf die Verkaufspreise bei Ebay achten? Sollte eine Preisspalte für, nennen wir es einmal "handelsübliche Qualität" und meinen den durchschnittlichen Zustand bei Ebay.
                              Ja! Die Findung des "Michelwertes" ist historisch bedingt und meiner Meinung nach überholt. Bis vor gar nicht so langer Zeit gab es keinen Internet-Handel, sondern nur Handel über Ladengeschäfte, Auktionen und Tauschtage. Nur über die beiden Erstgenannten war so etwas wie ein Wert ermittelbar. Da dort aber fast nur erstklassige Marken, selten Kleinstmengen und auch nur wenige Standardwerte gehandelt wurden (und der Aufwand dafür wie erwähnt Berücksichtigung findet), kam für die "breite Marken-Masse" ein relativer hoher Preis heraus. Heute aber gibt es ebay usw., mit dem Resultat, dass auch zweitklassige, drittklassige,... Marken, niedrig- und mittelpreisige Stücke und eine große Zahl an Einzelmarken gehandelt werden (und der Aufwand keine Rolle spielt). Und diese Handel machen den weitaus grössten Teil der vorhandenen Marken und damit der Verkäufe / Käufe aus, weshalb ich die dabei erzielten Werte für weitaus aussagekräftiger und interessanter halte.

                              Oder anders gesagt: Für mich ist der Michel so, als ob in der Schwacke-Liste (Preise für gebrauchte PKW) immer die Neuwagen-Preise aufgeführt wären und darunter würde stehen "Abschläge je Zustand und km-Leistung".

                              Ich würde die so ermittelten Markenwerte aber keinfalls als Dogma, sondern weiterhin nur als Anhaltspunkt sehen, da viele Dinge subjektiv und individuell sind. Allerdings als besseren Anhaltspunkt, als bisher.

                              Soll der Michel, Verkaufspreise die bei Ebay für Fälschungen erzielt wurden, die als echt angeboten waren, mit einkalkulieren?
                              Nein.

                              Gruß
                              Uli

                              Suche Berlin, Bund, und Ideen für neue Sammelgebiete
                              Sind in eurer Sammlung Bund-Marken mit Stempel aus Düsseldorf? Tausche gegen gleiche Marke mit mindestens gleichwertigem Stempelabschlag plus "Dankeschön" oder fehlende Marken!

                              Es gibt immer Marken, die man tauschen kann!

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                              • Lacplesis
                                Russland bis 1923
                                • 17.11.2006
                                • 495

                                #630
                                Zitat von deckelmouk
                                @lacplesis:

                                Wenn Du es über den Watchdog-Link meldest, schon.
                                Hab ich noch nie gemacht, kann auch nichts finden, wie geht das?

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